till und focki reparieren das radio
der alte kasten steht schon ewig auf dem dachboden. weil er nicht mehr geht. das ist noch ein richtiges röhrenradio mit bespanntem lautsprecher und stoffummantelten kabel. die rückseite des gehäuses haben sie schon geöffnet und schauen fachmännisch auf die röhren und trafospulen.
– mach mal den stecker rein, mal gucken, was passiert, kommandiert till.
focki müht sich ab, so schwer geht das. und dann: nichts.
– dummi! du musst es noch anmachen, hier auf ukw.
immer noch nichts. das magische auge bleibt dunkel. sie drehen am senderknopf, saarlouis, rias, bbc: nichts. nicht mal ein rauschen.
focki folgt der stromleitung von dort, wo das netzkabel ins gerät führt, mit einem schraubenzieher:
– boa, die dicken staubflocken da drinnen, kein wunder, ey.
er stochert mit dem schraubenzieher, um den dreck zwischen den röhren zu entfernen.
– was is’n das hier am ladekabel? der akku, oder was? focki deutet auf einen eingegossenen Block mit blinkenden kupferkontakten.
– keine ahnung. riecht komisch, ne? findet till.
focki schnuppert, die nase im gerät.
– ja, so wie angebrannt oder so.
er biegt mit den fingern ein paar bunte kabel zur seite, um besser sehen zu können.
– mein vater, ne, der hat mal eine gewischt gekriegt, als er omas lampe reparieren wollte, erzählt till.
– klar. muss man sich schon auskennen, kommentiert focki mit expertenmiene, wobei er mit dem schraubenzieher auf einer grünen platine wahllos die lötstellen abklopft.
– schätze mal, wackelkontakt, ist seine diagnose und till nickt zustimmend.
als der schraubenzieher dabei den blechrahmen berührt, spratzelt es.
– boa! gesehen? focki führt den effekt stolz noch einmal vor, wieder schlägt ein greller funken über. die stelle am blech hat sich bläulich verfärbt.
– wo nochmal? will till ganz genau wissen.
focki deutet mit dem zeigefinger: hier und hier, siehste, da wo es so blau ist.
– lass mich mal, fordert till. er greift die metallzange, die ist dicker als der schraubenzieher. das spratzt bestimmt noch besser.